Bargeld im Ausland: Ihr gutes Recht

© drovosek / Fotolia.com

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Das Bargeldverbot in der Eurozone scheint näher zu rücken. Die Nachfrage nach Gold steigt spürbar an, viele Menschen wie Sie fragen sich, was passiert, wenn plötzlich die Bargeldnutzung zu stark eingeschränkt wird. Dann sind wir alle nicht mehr zahlungsfähig, ohne dass die Bewegungen elektronisch nachgemessen würden. Auch im Ausland geht bereits die Angst um.

Die Situation in unseren Nachbarländern der EU spricht Bände. Sollten Sie noch einen Urlaub vor sich haben oder im Herbst erneut verreisen, müssen Sie sich einschränken. Der Überblick über Ihre rechtliche Ausgangslage ist eigentlich schon erschreckend.

1.000 Euro in Portugal…

Wer in das beliebte Sonnenland Portugal reist, wird sich schon recht schnell an das elektronische Geld gewöhnen müssen. Dort können Sie nur noch für einen Betrag in Höhe von 1.000 Euro bar einkaufen. Der Rest wird überwiesen oder abgehoben. Der Staat liest im Grunde mit, was Sie im Urlaub oder bei sonstigen Reisen im Ausland machen, denn Zugriff auf Ihr Bankkonto besteht rechtlich außerdem.

In Griechenland dürfen Sie immerhin noch 1.500 Euro bar ausgeben. Darübergehende Beträge müssen Sie per Kreditkarte zahlen oder Ihre EC-Karte hingeben. Lediglich wenn Sie ein Auto kaufen, dann können Sie einen höheren Betrag in bar bezahlen. Doch wer kauft aktuell schon Autos in Griechenland.

Wenn Sie in Italien oder Belgien sind, dann können Sie sogar 3.000 Euro bar auf den Tisch des Verkäufers legen. Dennoch: Auch diese Summe ist schnell ausgegeben. Dies gilt jedenfalls dann, wenn Sie etwa in Belgien Schmuck beziehungsweise gleich Juwelen für den Kapitalschutz kaufen.

Als Ausländer geht es Ihnen in Frankreich, Spanien oder Polen besser

Sie haben sicher auch schon gelesen, dass etwa in Spanien oder Frankreich zusätzlich rigide Grenzen gelten. Dies ist für Sie nicht gültig – das wird allerdings meist verschwiegen. Denn in diesen Ländern können Sie als Ausländer bis zu 15.000 Euro bar bezahlen, also etwa ein Auto kaufen. Dasselbe Recht hätten natürlich auch Reisebegleiter, sodass Sie zusammen schnell 30.000 Euro oder 45.000 Euro aufwenden könnten.

Kurz: Wenn Sie wollen, dann sind Frankreich, Spanien oder Polen Staaten, in denen Sie recht mühelos Kapital unentdeckt verwenden können. Ohne diesen Trick mit mehreren Begleitern ermöglichen Länder wie Österreich, Luxemburg, Malta oder Zypern, Island, Lettland und Litauen sogar beliebig hohe Bargeldgeschäfte.

Dies könnte in Österreich interessant werden, wenn Sie bei Händlern vor Ort größere Bestände an Edelmetall kaufen wollen, um diese anonym zu halten. Sollten Sie mit Bargeld kaufen wollen, weil Sie jetzt etwa aus Sicherheitsgründen schon hohe Bestände zu Hause aufbauen und den Banken das Geld fortentreißen, dann müssen Sie allerdings mit künftigen Anpassungen rechnen. Österreich dürfte die Bargeldbeschränkung bald ebenfalls einführen.

 

 

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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