Arbeitslosigkeit steigt in Euro-Krisenländern

In den Euro-Krisenländer ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit steigt. Trotzdem meldet sich Dr. Erhard Liemen auch mit einer positiven Meldung zur Schuldenkrise:  Auf kurze bis mittlere Sicht könnte die Abkehr vom Sparkurs die Euro-Währung sogar wieder stärken.

Arbeitslosigkeit in Krisenländern nimmt zu – trotzdem wächst deutsche Wirtschaft 

Die deutsche Wirtschaft wird auch in den kommenden Jahren wachsen. Durchschnittlich 1,5 % bis zum Jahr 2016 erwartet die Bundesregierung. Die Prognosen führender Wirtschaftsinstitute fallen noch etwas besser aus. Das sollte uns doch eigentlich optimistisch stimmen.

Dramatisch sieht es dagegen aktuell in anderen europäischen Staaten aus. Es sind nicht nur die schwachen Südländer, die in die Rezession rutschen. Großbritannien hat es erneut erwischt. Frankreich ist in den Fokus gerückt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse dort ähneln inzwischen denen von Italien. Der stabile Kern der Euro-Zone wird damit immer kleiner.

Vor einer „Explosion der Ungleichheit innerhalb Europas“ hat der US-Ökonom James Galbraith gewarnt. So sei die Euro-Zone mit dem Versprechen gestartet, ärmeren Ländern den Aufholprozess zu ermöglichen. Stattdessen sei es in den Krisenländern zu einem gewaltigen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen. Den sozialen Konsequenzen dieser Entwicklung könne auch ein Land wie Deutschland nicht entkommen.

 Drohende Gefahr für die gesamte EU

Die Arbeitslosigkeit steigt in den Euro-Krisenländern.

Die Arbeitslosigkeit steigt in den Euro-Krisenländern.

Der Sparkurs, den die Bundesregierung durchsetzen will, lässt Regierungen anderer Euro-Länder stürzen. Nach jüngsten Umfragen fühlt sich die Mehrheit der Bevölkerung vieler Staaten in der EU schlecht aufgehoben. Das ist in Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Großbritannien der Fall. Es droht Gefahr für die EU. Je länger die Krise in Europa anhält, desto erfolgreicher dürfte der Siegeszug der Euro-Gegner werden.

Ohne politische Verbündete ist der von Deutschland befürwortete Sparkurs nicht aufrecht zu erhalten. Merkel beginnt bereits nachzugeben. Den Weg weist die Europäische Zentralbank mit ihrem Wachstumspaket. Strukturreformen werden dafür nicht ausreichen. Es muss auch neues Geld gedruckt werden.

Wie die neue Wachstumspolitik für Europa aussehen wird, müssen die kommenden Monate zeigen. Weniger Rezession wäre zweifellos gut für die deutsche Wirtschaft. Es gibt allerdings auch Risiken: Das größte wären schnelle, über noch mehr Schulden finanzierte Staatsausgabenprogramme.

Welche Folgen ein Abrücken vom Sparkurs für den Euro hat, ist eine spannende Frage. Bedenken Sie: Trotz politischer Turbulenzen und schlechter Konjunkturaussichten hat sich der Euro bisher gut behauptet. Auf kurze bis mittlere Sicht könnte die Abkehr vom Sparkurs die Euro-Währung sogar wieder stärken. Eine starke Abwertung erwarten Marktteilnehmer erst, wenn deutsche Staatspapiere das Vertrauen verlieren. Das beste Mittel, dem entgegenzuwirken, ist der konsequente Schuldenabbau im eigenen Land..

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