Anlage-Trends: Baum-Investments bleiben problematisch

© Mia Gräber / Fotolia.com

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“Wirtschaft-vertraulich”:

Liebe Leser,

auch wenn es nun schon eine Woche her ist, möchten wir an dieser Stelle noch eine kleine Nachlese zur Anlegermesse Invest in Stuttgart geben. Wir haben uns sehr gefreut, dass viele von unseren Lesern die Gelegenheit genutzt haben, uns am GeVestor-Stand zu besuchen und mit den Redakteuren unserer Börsenbriefe ins Gespräch zu kommen.

Darüber hinaus war unser umfangreiches Vortragsprogramm direkt am Stand sehr gut besucht, wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz explizit bei allen Gästen bedanken möchten. Doch kein Problem: Wenn Sie nicht auf die Invest kommen konnten oder unsere Vorträge verpasst haben, haben Sie die Möglichkeit, sowohl die einzelnen verfügbaren Präsentationen als auch die Videos der Vorträge nachträglich anzuschauen und herunterzuladen. Zu den Vorträgen…

Wir selbst sind natürlich auch interessiert über die Messe gelaufen, um uns für Sie über aktuelle Trends in der Kapitalanlage zu informieren. Denn Sie wissen ja auch aus unserer eigenen regelmäßigen Kommentierung: Ideen haben Banken und Investment-Initiatoren viele, doch nur wenige taugen auch wirklich etwas.

 

„Grünes“ Geld hat weiter Hochkonjunktur

Was uns besonders aufgefallen ist: „Grüne“ Investments haben weiterhin Hochkonjunktur. Auf der Messe war dies vor allem an der Anzahl von Ausstellern abzulesen, die u. a. Baum-Investments feilboten. Aus unserer Sicht ist das aber immer noch ein mehr als problematisches Betätigungsfeld, weil es hier für Anleger besonders schwer ist, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden.

Erinnert sei daran, dass es hier schon etliche Schieflagen und Betrugsfälle gegeben hat. So ist es gerade mal zwei Jahre jetzt her, dass die Frankfurter Green Planet AG in Insolvenz gegangen ist. Ihr Gründer und langjähriger Vorstandschef wurde inzwischen vom Landgericht wegen Anlagebetrugs verurteilt.

 

Baum-Investments besonders anfällig für Betrügereien

Der Umstand, dass Bäume zig Jahre lang wachsen müssen, erleichtert Betrügern ihre Machenschaften. Denn erst nach Fällung, Verkauf und Ausschüttung steht die Rendite wirklich fest. In fast allen Fällen werden zudem Erträge in Aussicht gestellt, die laut Branchenkennern illusorisch sind. Erst im Kleingedruckten erschließt sich oft, dass letztlich auch eine Null-Rendite nicht auszuschließen ist. Darüber hinaus kann kein Kleinanleger kontrollieren, was mit seinem Geld tatsächlich geschieht.

Umso begrüßenswerter ist es, dass jetzt endlich auch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) aufgewacht ist und Anbieter von solchen Investments genauer kontrollieren will. Diese konnten bisher Geld einsammeln, ohne der BaFin einen Prospekt zur Mittelverwendung vorzulegen. Das soll sich nun ändern.

 

BaFin-Einsatz zeigt erste Erfolge

Erste Erfolge sind auch schon zu sehen. So wurde dem Anbieter Lignum Sachwert Edelholz der Vertrieb bis zur Prospektvorlage bereits untersagt. Wobei Sie als Anleger dennoch wissen müssen: Selbst geprüfte Prospekte schützen nicht vor Verlust, sorgen aber immerhin für etwas Transparenz.

Dennoch bleiben wir der Meinung, dass Sie sich auf solche Kapitalanlage-Abenteuer von vornherein nicht einlassen sollten. Denn dafür gibt es nach wie vor genügend transparente und auch attraktive Alternativen, insbesondere im Aktienbereich.

Mit besten Grüßen

Ihr Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“, aus der Redaktion des Deutschen Wirtschaftsbriefs

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