Achten Sie jetzt auf Europa

© jochenL.E. / Fotolia.com

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In diesen Tagen dürfte sich in Europa beziehungsweise der EU einiges bewegen. Am heutigen Montag entscheidet die EU darüber, ob sie die Verhandlungen mit Kanada über das Freihandelsabkommen Ceta am Donnerstag wieder aufnimmt. Das ist wichtig für uns alle. Unabhängig davon, wie Sie zu solchen Freihandelsabkommen stehen, entwickelt sich jetzt eine gewisse Dynamik, die uns allen helfen wird.

Ceta: politischer Druck?

Ceta selbst ist ein Abkommen zwischen der EU und Kanada, das den Freihandel fördern soll. Tatsächlich sorgt es letztlich dafür, dass Rechte kanadischer Konzerne im Zweifel in der EU-Zone durchgesetzt werden können und umgekehrt. Das wiederum bedeutet, dass Ceta der kleine Bruder des bei uns so ungeliebten Abkommens TTIP ist.

Ceta wird aber nicht durchgesetzt, wenn es nach der belgischen Provinz Wallonien geht. Die Bürger dort haben dem Abkommen widersprochen, was wiederum die belgische Regierung landesweit bindet. Wenn Belgien aber nicht zustimmt, kann es nach den geltenden Regeln die gesamte EU nicht machen.

Deshalb ist die EU auf den Plan gerufen und hat sich jetzt wieder eingeschaltet. Der EU-Parlamentspräsident Schultz hat persönlich angekündigt, noch einmal zu verhandeln. Das heißt übersetzt, die EU übt auf Belgien politischen Druck aus. Die Karten der EU sind nicht besonders gut, da Belgien derzeit weniger als Italien am Tropf der Zahlungen aus Brüssel hängt. Dennoch: Es könnte sein, dass die EU die Vorgabe aus Wallonien umgeht.

EU wird mächtiger

Die EU versucht derzeit alles, um mächtiger zu werden. Aus dem losen Staatenverbund nach dem zweiten Weltkrieg ist mittlerweile eine Institution geworden, die teilweise von oben herab regieren kann. Viele Verordnungen, die Brüssel erlässt, werden in Deutschland beispielsweise gar nicht mehr zur Abstimmung gestellt.

Inzwischen denkt die EU über eine eigene Armee nach. Eingreiftruppen sollen schon längst aufgestellt worden sein. Deshalb wird es so interessant. Setzt sich die EU gegen Belgien beim Ceta-Pakt durch, dann hat sie offenbar soviel Macht, wie ihr kaum jemand zugetraut hätte. Dann würden auch die Aktienmärkte einen Sonderschub erhalten.

Denn die europäischen Aktienmärkte bewerten vor allem die Leistungen und Leistungsfähigkeit der europäischen Unternehmen. Eine sehr starke EU würde deshalb zu einer außergewöhnlichen Rallye führen – so jedenfalls sehen die Vorzeichen aus. Bleibt die „Einigung“ auf eine Verhandlung mit Kanada aus, dann dürfte die Woche vergleichsweise ereignislos bleiben. Dennoch: Zu Aktien gibt es derzeit keine Alternativen.

 

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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