Auf Blacklist gelandet: Was tun?

Neue Gefahren für Ihren eMail-Verkehr

Blacklists sollen den eMail-Verkehr von Spam-Mails freihalten.

Doch sind sie so intransparent organisiert, dass auch unbescholtene Internetakteure auf diesen schwarzen Listen landen können.

 

Blacklists: Ein schwarzes Loch

Viele Internetanbieter haben automatisierte Kontrollen eingeführt, um lästige Spam-Mails herauszufiltern. Das Problem dabei: Durch die technischen Abläufe geraten manchmal auch normale eMails in Verdacht, Spam zu sein.

Vor allem die oftmals zum Filtern genutzten Blacklists erweisen sich als Schwachstelle.

Ihr Grundprinzip ist es, IP-Adressen (IP = Internet Protocol) herauszufinden und zu speichern, von den bereits Spam versandt wurde.

Allerdings ist bei den meisten dieser Listen vollkommen unklar, nach welchen Prinzipien verdächtige Internet-Adressen identifiziert werden. Auskünfte darüber sind in der Regel nicht zu erhalten.

So haben auch schon Tests von Sicherheitsfirmen ergeben, dass eMail-Adressen in den schwarzen Listen auftauchen, obwohl nachweisbar keinerlei eMails versandt wurden, nicht einmal „normale“.

Und es hat schon Fälle gegeben, wo solche Einträge geradezu zur Erpressung eingesetzt wurden. So war vor einigen Jahren selbst die österreichische Domainregistrierungsstelle nic.at auf einer Blacklist gelandet, weil sie einer geforderten Abschaltung von Internet-Adressen nicht nachkam (was auch rechtlich nicht möglich war).

 

Schaden für das Geschäft und das Ansehen

Landet ein Versender auf solch einer Liste, können die Folgen gravierend sein. Denn durch eine solche Blockierung kann dann ein ernsthafter Image-Schaden für Ihr Unternehmen entstehen.

Kunden und Geschäftspartner werden sich natürlich wundern, wenn von Ihnen nichts mehr zu lesen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Sie selbst oftmals erst nach Wochen oder Monaten davon erfahren, dass Ihre eMail-Adresse auf einer Blacklist gelandet ist.

Wenn Sie aber davon erfahren, ist zügiges Handeln angeraten, um den Schaden zu begrenzen. Das Problem:

Im Internet kursieren Hunderte dieser Listen. Wenn Sie wissen, auf welcher Liste Sie stehen, ist das aber nur ein Puzzle-Teil.

 

Nutzen Sie die Hilfe der Profis

Denn meist ist kaum in Erfahrung zu bringen, wer hinter der jeweiligen Liste steckt und wie er zu kontaktieren ist. Da ist auf jeden Fall fachlicher Rat gefragt.

Nehmen Sie unbedingt die Hilfe von Profis wie Ihrem Provider oder, soweit vorhanden, aus Ihrer IT-Abteilung in Anspruch. Nur so können Sie die zeitliche Einschränkungen Ihres eMail-Verkehrs auf ein Mindestmaß verkürzen.

Generell sollten Sie mit Ihrem Provider klären, welche Risiken für Ihren eMail-Verkehr bestehen und wie diese verhindert werden. Und noch ein Rat:

Holen Sie die sprichwörtliche Axt nicht selbst ins Haus. Ihr eigenes eMail-Aufkommen vor Spams zu schützen, ist legitim.

Doch sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie selbst Blacklists zur Filterung Ihres eMail-Verkehrs einsetzen, wenn das Risiko bestehen könnte, dass Sie oder Ihre Geschäftspartner selbst auf solchen Listen landen.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
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