Steuern und Sex

© MH / Fotolia.com

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Wenn es nach den Kommunen in Nordrhein-Westfalen geht, dann kann es gar nicht hoch genug hergehen in den Bordellen vor Ort. Davon träumen derzeit noch die Kämmerer in anderen Gebieten: Die Nordrhein-Westfalen leben vom Sex. Und das nicht zu schlecht. Denn die Einnahmen stiegen zuletzt auf Rekordniveau.

Erlaubt ist, was Geld bringt

Wo früher die Moral das Verhalten diktierte, ist es heute das Geld. Duisburg, Dortmund oder Köln habe die größten Einnahmen aus den Steuern für das horizontale Geschäft. Im ehemaligen Kohle- und Hafengebiet von Duisburg durfte sich der Kämmerer über fast 1 Million Euro im Jahr 2015 freuen.

Gezahlt haben dies indirekt über die Preise vor Ort die Freier. Dies hat jetzt die CDU bei einer Anfrage im Landtag von Nordrhein-Westfalen herausgefunden. Nummer 2 ist die Stadt Köln, die immerhin deutlich über eine halbe Million Euro eingenommen hat.

Die Nummer drei ist Dortmund. Die Ruhrmetropole konnte immerhin eine halbe Million Euro verbuchen, weil die fragwürdigen Geschäfte so gut laufen. Sie können sich darauf einrichten, dass bald andere Bundesländer nachziehen werden. Nicht mit Bordellsteuern, aber mit Bagatellsteuern.

Steuern steigen klammheimlich

Solche Bagatellsteuern etwa sind auch die Steuern für Hundebesitzer, die für die kleinen Marken etliche Millionen Euro bei der Kommune hinterlassen müssen. Demnächst wird es zudem weitere Abgaben oder höhere Gebühren vor Ort geben. Dies lässt sich in keiner bundesweiten Statistik so richtig erfassen.

Die Kommunen allerdings benötigen das Geld. Ihr Geld, denn Sie zahlen dafür, dass die Infrastruktur vor Ort meist marode ist. Dies stellen Sie zumindest dann fest, wenn etwa städtische Kindergärten scheinbar ohne Not an kirchliche Träger verkauft werden, wie dies öfter geschehen ist. Denn kirchliche Kindergärten müssen oft nicht dieselben Sozialkosten tragen wie die städtischen Organisationen.

Ein weiteres Beispiel für klamme Kommunen sind Schwimmbäder, die immer häufiger von privaten Trägern wie Vereinen getragen werden. Auch dort zahlen Sie als Nutzer letztlich mehr als früher, als etwa Schwimmbäder als Vorzeigeobjekte der Kommunen dienten. Auch Spielplätze, die diesen Namen noch verdienen, sind inzwischen weitgehend von den Landkarten gestrichen.

Alles in allem ist es deshalb kein Wunder, wenn die Bagatellsteuern steigen. Sie müssen den schleichenden Untergang der staatlichen Strukturen finanzieren. Steuern Sie allerdings wo möglich dagegen. Denn die staatlichen Programme führen allzu oft ins Nichts, wie zahlreiche Projekte beweisen. Stuttgart 21 oder der Berliner Flughafen BER sind allzu beredte Beispiele. Steuern zu sparen ist also eine der lukrativsten Geldanlagen der kommenden Jahre. Der Staat ist unersättlich.

 

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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