Private Pflegezusatzversicherung – welche ist sinnvoll?

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt lange nicht nicht alle Kosten im Fall einer Pflegebedürftigkeit ab. Aber lohnt sich der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung für Sie? Wir stellen Ihnen vier Alternativen bei der privaten Pflegeversicherung vor und sagen Ihnen, welche sich wirklich für Sie lohn!

Private Pflegezusatzversicherung – warum überhaupt?

Pflegebedürftig zu werden – das wünscht sich niemand. Dennoch besteht diese Gefahr für jeden von uns ganz real. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt dann oft nur einen Teil der entstehenden Kosten ab. Aus diesem Grund denken viele Menschen über den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung nach.

Längst hat die Versicherungsbranche diesen Trend aufgegriffen und bietet entsprechende Policen an. Aber Achtung: Bei Weitem nicht alles, was an Pflegezusatzversicherungen auf dem Markt ist, eignet sich tatsächlich zur Absicherung des Pflegerisikos und ist dabei auch noch bezahlbar. Lesen Sie in diesem Service, was Sie bei der
Auswahl der richtigen Zusatzabsicherung beachten sollten und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Vier Varianten der privaten Pflegezusatzversicherung – aber nur eine ist sinnvoll

Je nach Versicherung und Vermittler werden unter dem Begriff „Pflegezusatzversicherung“ ganz unterschiedliche Leistungen angeboten. Gängig sind die folgenden vier Varianten:

1. Pflegerentenversicherung: Das ist gewissermaßen eine Kapitallebensversicherung, die zusätzlich zur Zahlung bei Todesfall oder Altersrente (z. B. ab 80 oder 85 Jahren) auch eine Zahlung bei Pflegebedürftigkeit vorsieht. Das Problem dabei: Dadurch, dass diese Versicherung auch eine Altersrente enthält, sind die Prämien unverhältnismäßig hoch. Lohnend ist das nicht.

2. Selbstständige Pflegerentenversicherung, manchmal auch Pflegerenten-Risikoversicherung
genannt:Das ist eine Art Risikolebensversicherung, die aber nicht nur den Todesfall, sondern auch das Risiko der Pflegebedürftigkeit abdeckt, jedoch keine Altersrente enthält. Das Problem dabei: Die volle Rente gibt es nur bei Pflegestufe 3. In den Pflegestufen 1 und 2 müssen Sie Abschläge hinnehmen oder gehen bei manchen Policen sogar leer aus. Folglich ist auch dieses Modell nicht empfehlenswert.

Welche private Pflegezusatzversicherung lohnt sich wirklich?

Welche private Pflegezusatzversicherung lohnt sich wirklich?

3. Pflegekostenversicherung: Sie zahlt – ähnlich der gesetzlichen Pflegeversicherung – die Kosten für die Pflege bis zu einem bestimmten Höchstbetrag oder anteilig bis zu einem gewissen Prozentsatz. Dafür verlangt sie aber Einzelnachweise für die entstandenen Pflegekosten, was die Abwicklung vergleichsweise bürokratisch macht. Vorteil: Bei steigenden Kosten steigt auch der Erstattungsanspruch. Nachteil: Es wird nicht immer möglich sein, wirklich alle verlangten Rechnungen und Belege einzureichen.

4. Pflegetagegeldversicherung: Hier wird bei Pflegebedürftigkeit ein bestimmter Tagessatz gezahlt. Bei Pflegestufe 3 gibt es den vollen Tagessatz (z. B. 50 € pro Tag), in Pflegestufe 1 und 2 nur einen bestimmten Prozentsatz davon (z. B. 50 % bzw. 70 %). Diese Variante ist in aller Regel am sinnvollsten.

Unser Fazit für Sie zur privaten Pflegezusatzversicherung

Die Varianten 1 und 2 kommen nicht in Frage. Gemessen an der gebotenen Leistung sind sie in aller Regel zu teuer. Variante 3 ist nur bedingt empfehlenswert. Denn wer gepflegt werden muss, dürfte sich mit der Einreichung von Rechnungen und Belegen schwertun. Am sinnvollsten ist somit Variante 4, die Pflegetagegeldversicherung..

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