Die große Steuerlüge 2017

© somenski / Fotolia.com

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Die Steuern werden sinken, ist allerorten zu lesen. Die Bundesregierung oder zumindest die wirtschaftsfreundlicheren Seiten der Regierung wollen spätestens nach der Wahl die Steuern senkne. Eigentlich werden Sie angeblich jetzt schon überall entlastet. Spätestens ab dem kommenden Jahr aber werden wir alle um 6,3 Milliarden Euro reicher. Wirklich?

Wie aus 2,6 Milliarden 6,3 Milliarden Euro werden

Die Lüge beginnt damit, dass wir nicht um 6,3 Milliarden Euro entlastet werden, sondern 2017 auch rechnerisch nur um 2,6 Milliarden Euro. Der Rest folgt später. Bedenken Sie aber, dass 2017 Bundestagswahlen anstehen. Theoretisch kann eine neue Regierung durchsetzen, was sie will. Oder was „Sie“ als Wähler wollen.

Als Faustregel gilt – angeblich – je „linkslastiger“ gewählt wird, desto höher sind die Steuern. Tatsächlich weiß niemand, was kommt oder was geändert wird. Aber dieser kleine Taschenspielertrick täuscht über andere Fakten hinweg.

So steigt die Beitragsbemessungsgrenze für die Pflicht, in Sozialversicherungskassen einzuzahlen. Wer 6.500 Euro brutto monatlich verdient, wird beispielsweise gut 190 Euro mehr für die Rentenkassen zahlen müssen, ohne mehr davon zu haben. Eine Familie mit einem Alleinverdiener und einem Kind stellt sich durch die Steuerreform allerdings nur um gut 160 Euro besser.

Auch die Krankenkassenbeiträge klettern, wie Sie nahezu überall lesen können. Weil die „Gesundheitskosten“ steigen. Das Geld wandert indes nicht nur in die Taschen angeblich gieriger Ärzte oder Krankenhäuser. Es versickert. Wie anders wäre es zu erklären, dass aktuell etwa 90.000 Menschen in Deutschland jährlich an Keimen sterben, die sie sich in Krankenhäusern einfangen?

Krankenkasse: fast 140 Euro mehr im Jahr

Bleiben wir beim Rechenbeispiel: Die Kranken- (und Pflegeversicherung) würde noch einmal fast 140 Euro mehr kosten. Die Steuerentlastung steigt aber nicht mit. Zudem greift der Staat bei der sogenannten Ökostromumlage zu. Auch dies sind in durchschnittlichen Haushalten noch einmal nahezu 20 Euro im Jahr.

Wer Pech hat, wird im kommenden Jahr zudem höhere Grunderwerbsteuern beim Kauf von Immobilien zahlen. Zudem greift die Erbschaftsteuerreform, die vor allem Unternehmer aus dem Mittelstand viel Geld kosten könnte. Zumindest hier allerdings können Sie gestaltend eingreifen, wie der Deutsche Wirtschaftsbrief kürzlich empfahl: Übertragen Sie Vermögen rechtzeitig und vor allem gezielt.

Dann kann Ihnen die große Steuer- und Abgabenlüge 2017 nicht ganz so viel anhaben wie so vielen anderen Haushalten in Deutschland. Übrigens: Wenn Sie geschickt vorgehen, sparen Sie auch Abgeltungsteuer in der Geldanlage oder Grunderwerbsteuern beim Immobilienkauf. Darüber berichten unsere Fachredaktionen.

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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