Wer selbst ausreichend Vorsorge für den Ruhestand trifft, braucht dafür keine Versicherungslösung

Wer selbst ausreichend Vorsorge für den Ruhestand trifft, braucht dafür keine Versicherungslösung

Wer selbst ausreichend Vorsorge für den Ruhestand trifft, braucht dafür keine Versicherungslösung

Das Thema private Altersvorsorge geht alle an – das sollte es zumindest

In vergangenen Jahren waren Kapitallebensversicherungen das Mittel der Wahl. Dank Steuervorteilen und hoher Zinsen waren sie seinerzeit noch lohnend. Heutzutage dagegen ist von Neuabschlüssen solcher Policen nur abzuraten.

Denn eine rentable Altersversorgung ist damit kaum mehr möglich.

Die Zinsen sind völlig unattraktiv, Überschussbeteiligungen werden gekürzt. Das Lebensversicherungsreformgesetz ist ein Sieg für die Versicherungen. Wer seinen Vertrag vorzeitig kündigt, bekommt jetzt noch weniger Geld. Bei den Abschlusskosten dürfen die Versicherer nach wie vor mauern.

Ob jung oder alt: Von Altersvorsorge über Versicherungslösungen ist in keinem Fall etwas zu halten.

Junge Leute sollten Prioritäten setzen und für sich sowie die Familie vorrangig die eigene Arbeitskraft absichern. Gemischte Kapitallebensversicherungen mit relativ niedrigen Todesfallsummen bringen Versicherten nichts. Tritt dann nämlich der Ernstfall ein, sind Auszahlungen um 100.000 € nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da bieten Risikolebensversicherungen mit hohen Deckungssummen schon einen deutlich besseren Schutz.

Der Vermögensaufbau für den Ruhestand kann dann später über Sparpläne erfolgen.

Weil sich Vertreter mit Lebensversicherungen schwertun, dienen sie Älteren Pflegeversicherungen an. Doch das Risiko, dass der Pflegefall eintritt, ist begrenzt. Die meisten Senioren werden erst ab 80 zum Pflegefall. Etwa 55 % aller Gebrechlichen sind Pflegefälle der Stufe I. Gut zwei Drittel von ihnen werden zu Hause versorgt. Die Kosten betragen rund 1.000 € pro Monat. Davon übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung ca. 450 €. Im Heim kostet die Pflege der ersten Stufe 1.800 € monatlich. 1.000 € davon übernimmt der Staat.

Selbst die beste Versicherung zahlt nur rund 615 € pro Monat, informiert die Stiftung Warentest. Indes:  Der Preis dafür ist hoch. Wer den Vertrag mit 55 Jahren abschließt, muss monatlich 85 € auf den Tisch legen. Im Grunde genommen handelt es sich hier also um nichts anderes als einen schlichten Rentensparplan.

Wer selbst ausreichend Vorsorge für den Ruhestand trifft, braucht dafür keine Versicherungslösung.

Ein abbezahltes Eigenheim, eine ordentliche Rente sowie etwas Geldvermögen nebenbei bieten Sicherheit. Rente und freies Vermögen dürften meist ausreichen, um auch die Kosten der Pflegestufe II zu bestreiten. Von den etwa 2.400 € monatlich für eine Pflege zu Hause müssten rund 1.300 € selbst übernommen werden.

Bei Pflegestufe III wären aus der eigenen Tasche rund 2.300 € zu bezahlen. Das ist eine ganze Menge. Finanziell wirklich eng dürfte es werden, wenn eine teure und langjährige Heimpflege unerlässlich wird. Andererseits: Ein derartiges Schicksal im hohen Alter ist auch versicherungsmäßig kaum abzudecken. Den Verbrauch der erforderlichen Vermögenswerte kann auch keine private Pflegeversicherung verhindern.

Der Abschluss einer solchen Police dürfte somit wenig Sinn machen.

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