Schockierend: Privatanleger verliert durch die Bank mehr als 100 Millionen Euro

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Vielleicht wundern Sie sich als Leser, warum wir im Deutschen Wirtschaftsbrief so wenig Zertifikate empfohlen haben und in den vergangenen Jahren überhaupt nicht mehr. Zertifikate sind Schuldverschreibungen und als solche schlicht nicht substanzstark genug. Die Zertifikate sind deshalb nicht sicher, wenn eine Bank nicht zahlen kann, weil sich kein Wert dahinter verbirgt, sondern ein Versprechen. Die Bank sagt bei einem Indexzertifikat, dass Sie bei steigenden Index in einem festen Verhältnis mehr an Sie zahlt. Der Deutsche Wirtschaftsbrief ist skeptisch. Lesen Sie hier das gesamte Drama.

Dieser Fall zeigt, dass Banken nicht immer zahlen

Stellen Sie sich vor, was dieser Kunde gedacht haben muss: Er hatte Zertifikate im Wert von gut 300.000 Euro gekauft. Die kosteten jedoch nach Ansicht der Bank nicht etwa 108 Euro, wie ausgewiesen, sondern 54.000 Euro. Pro Stück. Das bedeutet, die Zertifikate waren nur falsch bepreist worden.

Ein sogenannter Mistrade, für den die Banken einige Tage eine Korrekturmöglichkeit haben. In diesem Fall jedoch vergaß die Bank, den Fehler zu korrigieren. Die Bank legte erst Tage später eine Beschwerde ein und lieferte die Zertifikate auch nicht aus. Der scheinbar betrogene Investor legte rechtliche Schritte ein. Sein Kunde, der private Investor, konnte sich auf einen Schaden von – Achtung – 163 Millionen Euro berufen.

Er war zwar kein normaler Anleger, da er ehedem selbst für eine Bank gearbeitet hatte, dennoch: als Betrüger sah er sich nicht. Die Bank hingegen berief sich darauf, dass er von dem Preis des Titels sicher gewusst habe.

Protest läuft

Auf der Hauptversammlung der Bank dann ließ der Investor den Streit tatsächlich eskalieren. Er teilte den anwesenden Eigentümern mit, dass er gegen die Bank gerichtlich vorgehe und insgesamt immerhin 152 Millionen Euro von dem Unternehmen fordere. Die Aussage geschah übrigens sogar im Interesse der Aktionäre: die müssen schließlich das Risiko eines Investments bei ihrem Unternehmen entscheiden.

Nun muss sich tatsächlich das Frankfurter Landgericht des Falles annehmen. Die Bank, so das Argument des Investors, habe für ihre Korrektur Regeln und Fristen der sogenannten Mistrades schlicht missachtet. Im Kern wird hier auch das Dilemma von Zertifikaten jeder Art deutlich. Sie haben am Ende eventuell einen Schuldner, der nicht zahlen möchte. Warum auch immer. Ist er konkurs, sieht es schlecht aus. Ist er rechtlich zahlungsunwillig, sieht es schlecht aus. Substanziell sind Zertifikate zudem nicht hinterlegt, weiß der „Deutsche Wirtschaftsbrief“.

Mit den besten Grüßen
Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

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