Märkte mit weiterer Absturz-Gefahr

Aktienmarkt ist angeschlagen

Aus dem aktuellen kostenlosen Newsletter

“Wirtschaft-vertraulich”:

Der deutsche Aktienmarkt befindet sich in einer brandgefährlichen Situation.

Die Kursverluste der vergangenen Tage haben die charttechnische Ausgangslage für den DAX extrem eingetrübt.

Deshalb kann ich auch eine Fortsetzung der Korrektur nicht mehr ausschließen.

 

Auf diese Index-Marken müssen Sie achten

Zum einen auf 7.478 Punkte. Dieses Niveau hatte der DAX im letzten September erreicht.

Damals erwies es sich als harter Widerstand. In der Folge kippte der Index erst einmal wieder ab, ehe er 2,5 Monate später dieses Niveau überwinden konnte.

Am vergangenen Freitag landete der DAX mit seinem Schlusskurs eben unter diesem Niveau.

Damit haben wir es bei späteren Erholungsversuchen mit einem ernstzunehmenden Widerstand zu tun.

 

Die 200-Tage-Linie ist der Stresstest für den Gesamtmarkt

Noch gefährlicher dürften die 7.377 Punkte sein. Denn hier verlief am Freitag die 200-Tage-Linie. Diese stellt den langen Trendverlauf des Index dar.

Würde der Index unter diese Linie fallen, ist an 5 Fingern abzuzählen, dass sich umfangreiche Verkäufe anschließen werden.

 

Daten-Risiko 1: Die Einkaufsmanagerindizes

Die Nagelproben für die weitere Tendenz werden der Dienstag und Mittwoch sein. Denn am Dienstag kommen die Einkaufsmanagerindizes für den April, u. a. aus Deutschland und Frankreich, heraus. Dazu müssen Sie wissen:

Liegt der jeweilige Indexwert über 50, wird damit eine Expansion des entsprechenden Wirtschaftsbereiches signalisiert. Unter 50 wird eine Kontraktion ausgewiesen.

Unterschieden wird hier ganz grob in verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungssektor.

Bei den vorangegangenen Märzzahlen konnte einzig der Dienstleistungssektor in Deutschland einen Wert über 50 ausweisen. Für den April rechnen die Analysten mit einer leichten Besserung.

Bei allen anderen Einkaufsmanagerindizes gehen die Analysten davon aus, dass die Werte weiterhin eine Kontraktion der Wirtschaftsaktivitäten aufzeigen.

 

Datenrisiko 2: Der Ifo-Geschäftsklima-Index

Richtig gefährlich wird es aber am Mittwoch. Denn dann kommt in Deutschland der Geschäftsklimaindex des Ifo-Institutes heraus.

Es wird erwartet, dass der Index in die gleiche Kerbe schlägt wie zuvor der ZEW-Index und der Sentix.

Es wird also damit gerechnet, dass die beim Ifo-Index befragten Unternehmen weniger optimistisch auf die weitere Konjunkturentwicklung schauen.

 

Realitäts-Check der Konjunkturprognosen

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Ifo-Index auf der einen und dem ZEW/Sentix auf der anderen Seite:

Die letzten beiden sind Stimmungsindikatoren von Investoren. Hier geht es also um den berühmten Blick von außen auf die Wirtschaft.

Der Ifo-Index spiegelt die Erwartungen der Realwirtschaft wieder, kommt also von innen und hat damit deutlich mehr Gewicht.

 

Positionen unbedingt absichern

Viel Stoff, um an der Börse die Kurse weiter unter Druck zu bringen. Ich kann Ihnen nur dringend raten, umfangreich mit Stopp-Loss-Absicherungen zu arbeiten.

Sichern Sie Einzelpositionen im Schnitt mit einem Stopp-Loss bei rund 5% unter den aktuellen Kursen ab.

Wenn die 200-Tage-Linie fällt, halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass wir uns schnell auf einem Niveau um die 7.000 Punkte im DAX wiederfinden.

Bei Einzelwerten bedeutet dies dann entsprechend prozentual höhere Verluste.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller
Chefredakteur: „Wirtschaft-vertraulich“ und „www.liemen.de“

Bildnachweis: Gevestor
Print Friendly

keine Kommentare...