Leerkäufe von einigen Euro-Ländern verboten

Um die Turbulenzen an der Börse zu dämpfen, verbieten Euro-Staaten Leerverkäufe. Vier Länder mit Frankreich, Spanien, Italien und Belgien haben die spekulativen Geschäfte vorübergehend verboten. Ob diese Beruhigungspille diesmal wirkt?

Mit dem Verbot von Leerverkäuften wollen Belgien, Frankreich, Italien und Spanien Spekulanten die Möglichkeit nehmen aus dem Verbreiten von Gerüchten Profit zu schlagen und somit für Ruhe auf den Finanzmärkten sorgen. Das teilte die europäischen Finanzaufsicht ESMA mit.

Demnach dürfen geliehene Aktien ab sofort nicht mehr von Händlern gehandelt werden. Denn genau diese  hochspekulativen Geschäfte gelten als Ursache für die starken Kursschwankungen, die vor allem den Anfang der Woche beherrschten.

Dadurch soll die Stabilität der Aktienkurse gesichert werden. In Asien, wo die Finanzmärkte nach der Herabstufung der USA von Turbulenzen geprägt waren, stellt sich langsam eine Erholungstendenz an den wichtigen Börsen heraus.

Leerkäufe sind normalerweise zulässig

Laut der europäischen Bankenaufsicht sind Leerverkäufe generell zulässig. Gerüchte, die am Markt verbreitet wurden, um Profit daraus zu schlagen, stellen allerdings ein Problem dar.

Nach starken Kursstürzen ist Stabilität das oberste Ziel

Anfang der Woche hatten Aktien insgesamt stark an Wert verloren. Das erste Mal seit Monaten war der DAX wieder unter die 6.000-Punkte-Marke gerutscht.

Seit Mittwoch schwankten die Kurse der Anteilsscheine an den Börsen weltweit sehr stark. Die Panik wurde verschlimmert durch Gerüchte über angebliche Zahlungsschwierigkeiten der französischen Großbank Société Générale, die sich verbreiteten wie ein Lauffeuer. Die Reaktion der Händler: Sie trennten sich kurzerhand von einer großen Anzahl an Aktien, was wiederum sehr stark Kursstürze auslöste. Zudem gab es Mutmaßungen, Rating-Agenturen könnten Frankreichs Kreditwürdigkeit herabstufen, wie es bereits Standard & Poor’s bei den USA getan hatte.

In Frankreich sind laut der Finanzaufsicht AMF elf am Markt notierte Banken und Versicherungen betroffen. Für Sie gilt das Verbot von Leerverkäufen mindestens für 15 Tage.

In Griechenland gilt das Verbot von Leerverkäufen bereits seit zwei Monaten. In Deutschland sind lediglich

Um den Profit der Leerverkäufe zu steigern, streuen Investoren Gerüchte. Die Folge: Turbulenzen am Finanzmarkt.

Um den Profit der Leerverkäufe zu steigern, streuen Investoren Gerüchte. Die Folge: Turbulenzen am Finanzmarkt.

ungedeckte Leerverkäufe von Aktien und Staatsanleihen von Euro-Ländern untersagt. Bei dieser verschärften Form des Leerverkaufs haben sich die Händler die Aktien nicht einmal geliehen. Das erhöht das Risiko zusätzlich.

Leerverkäufe – was ist das?

Spekulanten setzen bei Leerverkäufen auf schwache Kurse einer Aktie. Allerdings leihen Sie diese nur gegen eine Gebühr und verkaufen Sie dann weiter. Das ist das Vorgehen bei Leerverkäufen.

Geht ihre Wette auf, können sie später die Papiere günstiger erwerben und dem Verleiher zurückgeben. Ihr Gewinn ist die Differenz zwischen Verkaufspreis und Rückkaufpreis.

Leerverkäufe können in ungedeckt und gedeckt unterschieden werden. Bei gedeckten Leerverkäufen leihen sich die Investoren die zu verkaufenden Aktien. Bei ungedeckten Leerverkäufen werden die Aktien verkauft, ohne vorher im Besitz der Investoren gewesen zu sein.

Bilderquelle: © gunnar3000 – Fotolia.com

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