Intelligente Orderarten: Absicherung und Optimierung des Timings

Wir stellen Ihnen neue, intelligente Spielarten altbekannter Orders vor. Wer eine Wertpapierorder aufgibt, ist manchmal überrascht von den vielfältigen Wahlmöglichkeiten, die sich hinter dem Stichwort „Orderart“ verbergen.

Die bekanntesten davon kennen Sie wahrscheinlich: 

Beim Handel eines Wertpapiers verbergen sich hinter dem Begriff "Orderarten" zahlreiche Möglichkeiten.

Bei der Aufgabe eines Wertpapiers verbergen sich hinter dem Begriff "Orderarten" zahlreiche Möglichkeiten.

  • „Billigst“ oder „Bestens“ wählen Sie, wenn Sie ein Wertpapier zur aktuellen Kursnotierung kaufen oder verkaufen wollen. Damit machen Sie der betreffenden Börse keinerlei Vorgaben zum Kauf- bzw. Verkaufskurs, sondern akzeptieren den Marktkurs.
  • „Limit“ wählen Sie, wenn Sie bei einem Kauf einen bestimmten Höchstkurs nicht überschreiten wollen bzw. bei einem Verkauf einen bestimmten Mindestkurs für Ihr Wertpapier erhalten möchten. Liegt der aktuelle Kurs nicht im Rahmen Ihres Limits (also Ihrer Preisvorstellungen), bleibt die Order unausgeführt.
  •  „Stopp Loss“ wählen Sie, um ein Wertpapier in Ihrem Depot abzusichern. Fällt der Kurs auf oder unter die von Ihnen definierte Kursmarke, wird das Papier automatisch zur nächsten gültigen Kursfeststellung verkauft.
  • „Stopp Buy“ (= „Start Buy“) ist die richtige Wahl, um den Einstiegszeitpunkt zu optimieren. Ein Kauf mit der Orderart „Stopp Buy“ findet erst dann statt, wenn der Kurs eine bestimmte Schwelle berührt oder überschritten hat. Diese Orderart kann sinnvoll sein, wenn ein Papier eine bestimmte psychologische Schwelle bislang nicht überschritten hat. Steigt es schließlich doch über diese Schwelle, betrachten das vor allem Charttechniker in der Regel als Kaufsignal.

Weniger bekannt sind dagegen die neuen Orderarten, die eine noch viel differenziertere Vorgehensweise erlauben. Sie sind nicht an allen Handelsplätzen möglich, sondern vor allem an den Börsen Stuttgart, München und im Direkthandel – vorausgesetzt, Ihr Broker bietet diese Orderarten an. Es kann sich also lohnen, dort nachzufragen.

Im Folgenden lernen Sie die neue Orderart „Stopp Limit“ mit ihren wichtigsten Eigenschaften, den Vor- und den Nachteilen kennen.

Stopp-Limit (= Stopp Loss mit Limit): Eine Stopp-Loss-Order mit Mindestkurs

Beim Stopp-Limit gilt der Grundsatz: Verkauft wird nicht zu jedem beliebigen Preis, sondern Sie als Auftraggeber können festlegen, welchen Preis Sie für Ihre Stopp-Loss-Order mindestens noch erzielen wollen. Sinnvoll erscheint es daher, das Limit auf dem gleichen oder einem etwas niedrigeren Nivau zu setzen als die Stopp-Loss-Marke.

Aber Achtung: Diese Orderart läuft dem Zweck der Absicherung zuwider

Diese Orderart klingt zunächst sehr sinnvoll: Verkauft wird bei fallenden Kursen, dann aber nicht zum beliebigen Preis. Das Problem ist nur: Genau dann, wenn der Kurs rapide in die Tiefe stürzt, nützt Ihnen diese Orderart nichts mehr. Denn limitierte Orders werden an der Börse nur nachrangig ausgeführt, das heißt, nach den unlimitierten. Somithaben Sie bei dieser Orderart kein Mehr an Sicherheit, sondern weniger. Aus diesen
Gründen rate ich Ihnen von dieser Orderart ab.

Bilderquelle: © Jakub Krechowicz  – Fotolia.com

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  1. Trailing Stopp Loss und OCO – neue Orderarten | Dr. Erhard Liemen - 21. November 2011

    […] Sie wahrscheinlich und sind mit Ihnen vertraut. Diese haben wir Ihnen in unserem ersten Artikel zu intelligenten Oderarten noch einmal zusammengefasst. Im folgenden stellen wir Ihnen neue Wahlmöglichkeiten vor, die Sie […]