Gold-Investments I: Barren oder Münzen

Die Euro-Krise macht vielen Anlegern zu schaffen. Dass ein Kaufkraftverlust in naher Zukunft wahrscheinlich ist, lässt sich nicht von der Hand weisen. Eine Inflation wäre für die Staaten der Euro-Zone das bequemste Mittel, sich ihrer Schulden zu entledigen.

Gold-Investments, Immobilien und Aktien – die Lösung? 

Was aber sind werthaltige Investments? Wer sein Vermögen erhalten möchte, sollte auf Sachwerte ausweichen, also auf Immobilien, Aktien und Edelmetalle. Da Silberkäufe hierzulande mit der Mehrwertsteuer belegt sind (7 % auf Münzen und 19 % auf Barren), erscheint Gold als probates Mittel. Tatsächlich erreichen mich derzeit fast wöchentlich Anfragen von Lesern, die wissen wollen, welche Gold-Investments es gibt und welche ich für ratsam halte.  Deshalb hier für Sie ein Überblick über die Möglichkeiten, in Gold zu investieren.

Diese Gold-Investments hält Dr. Liemen für ratsam!

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Physisches Gold in Form von Barren und Münzen

Gold gilt hierzulande als offizielles Zahlungsmittel. Das ist auch der Grund, warum es ohne Mehrwertsteueraufschlag gehandelt wird. Sie können Gold in Form von Barren oder Anlagemünzen bei Ihrer Bank kaufen (was meist aber sehr teuer ist) oder bei einem spezialisierten Edelmetallhändler (siehe Abschnitt „Empfehlungen“).

Ob Sie sich für Barren oder Anlagemünzen („Bullion Coins“) bei Gold-Investments entscheiden, ist für den Wert unerheblich. Er richtet sich allein nach dem Anteil an Feingold (also reinem Gold) und dem Gewicht.  Üblicherweise beträgt der Feingoldgehalt bei Barren sowie Münzen 99,99 %. Es gibt aber einige Ausnahmen bei den Goldmünzen (siehe unten).

Beachten Sie:

Physisches Gold unterliegt nicht der Abgeltungssteuer. Das bedeutet: Bei einem Verkauf binnen Jahresfrist nach dem Kauf müssen Sie die Gewinne als Spekulationsgewinne mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Verkaufen Sie dagegen erst nach Ablauf der Jahresfrist, bleibt ein Gewinn steuerfrei.

Goldmünzen als Gold-Investments

Beim Kauf von Goldmünzen sollten Sie aufpassen, denn nicht jede ist zur Geldanlage geeignet. Gedenkmünzen und Sonderprägungen sollten Sie meiden: Sie werden meist zu höheren Preisen verkauft, als der reine Goldanteil es hergeben würde. Denn hier spielt der ideelle Sammlerwert eine wichtige Rolle. Dagegen sind Anlagemünzen („Bullion Coins“) das Richtige. Ihr Preis richtet sich nämlich ausschließlich nach dem Wert des enthaltenen Goldes und ändert sich – mit der Goldpreisnotierung – täglich.

Die wichtigsten Anlagemünzen sind:

  •  Wiener Philharmoniker (Österreich)
  •  Maple Leaf (Kanada)
  • American Eagle (USA)
  • American Buffalo (USA)
  • Panda (China)
  • Nugget/Känguru (Australien)
  • Britannia (Großbritannien)
  • Krügerrand (Südafrika)

All diese Münzen werden üblicherweise mit dem Gewicht einer Feinunze (ca. 31,1 Gramm), eines glatten Bruchteils oder – seltener – eines glatten Vielfachen davon gehandelt.

Übliche Handelseinheiten sind beispielsweise:

  • 5 Feinunzen
  • 2 Feinunzen
  • 1 Feinunze
  • 1/2 Feinunze
  • 1/4 Feinunze
  • 1/10 Feinunze
  • 1/20 Feinunze

Beachten Sie bei Gold-Investments in Form von Goldmünzen:

Unter den gängigen Anlagemünzen gibt es einige, bei denen der Kupferanteil höher und der Goldanteil niedriger ist – beispielsweise die Anlagemünzen Krügerrand (Südafrika) und Britannia (England). Sie enthalten nur 91,66 % Gold und nicht – wie die anderen – 99,99 %. Der geringere Goldanteil wird aber durch ein insgesamt höheres Gewicht ausgeglichen. Wenn Sie also eine Feinunze Krügerrand kaufen, enthält auch sie 31,1 Gramm Gold – sie ist nur insgesamt etwas größer und schwerer.

Bildquelle: © Jakub Krechowicz  – Fotolia.com

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