Gold-Investments II: Gold-ETCs und Index-Zertifikate

In Zeiten der andauernden Euro-Krise suchen viele Anleger nach einer Lösung, um sich vor der drohenden Inflation zu schützen.  Werthaltige Investments wie Immobilien, Aktien oder Gold-Investements können die Lösung sein, wenn Sie Ihr Vermögen langfristig absichern möchten. Gold-Investements scheinen als ein probates Mittel.

Lesen Sie hier die Vor- und Nachteile verschiedener Gold-Investments

Lesen Sie hier die Vor- und Nachteile verschiedener Gold-Investments

Im ersten Artikel zu Gold-Investments haben wir Sie über Goldbarren und Goldmünzen informiert.  Hier lesen Sie alles zu Gold-ETCs und Index-Zertifikaten, was für Sie wichtig ist und Dr. Erhard Liemens abschließende Meinung zu Gold-Investments.

Gold-ETCs: Legen Sie sich Gold ins Depot

Wer Gold nicht zu Huse oder (kostenpflichtig) im Bankschließfach lagern möchte, kann statt physischem Gold ETCs kaufen. Die Abkürzung ETC steht für Exchange Traded Commodities, zu Deutsch „börsengehandelte Rohstoffe“. Allerdings ist nicht jeder ETC wie der andere – die Konstruktionen unterscheiden sich zum Teil erheblich.

Das betrifft zum einen die Frage, ob der jeweilige ETC tatsächlich physisches Gold einlagert oder ob er den Goldpreis ganz oder teilweise nur mit „Buchgold“, also über Terminkontrakte und Swaps (bankeninterne Tauschgeschäfte), abbildet. Wenn Ihnen an bestmöglicher Absicherung gelegen ist, sollten Sie ETCs mit voller physischer Hinterlegung bevorzugen (siehe Empfehlung). Häufig verbriefen sie den Auslieferungsanspruch an der entsprechenden Menge physischen Goldes.

Welche Goldmenge dabei ein ETC-Anteil repräsentiert, ist von vornherein festgelegt (z. B. 0,1 Feinunzen). Wer sich allerdings das Gold tatsächlich physisch ausliefern lassen möchte, muss für die Kosten aufkommen. Die andere Frage betrifft den Schutz bei einer Insolvenz des ETC-Emittenten. In Deutschland zum Handel zugelassene ETCs bilden nämlich – anders als ihre Geschwister, die ETFs (Exchange Traded Funds) – kein Sondervermögen.

Das bedeutet: Im Falle einer Insolvenz des Anbieters steht das Goldvermögen nicht automatisch den ETC-Anteilseignern zu. De facto bieten viele ETCs aber trotzdem einen Schutz vor der Insolvenz des Emittenten. Dies wird durch zum Teil sehr komplizierte Treuhandkonstruktionen gewährleistet. Eine Alternative sind bestimmte ETCs bzw. „Gold-ETFs“, die etwa in der Schweiz angeboten und auch nur dort gehandelt werden. Sie bilden in der Tat Sondervermögen, auf das die Gläubiger des Emittenten im Insolvenzfall nicht zugreifen können (auch hierzu finden Sie in diesem Service eine Empfehlung).

Gold-ETCs unterliegen Abgeltungssteuer

Wenn Sie Gold-Investments in Gold-ETCs tätigen sollten Sie beachten, dass diese der Abgeltungssteuer unterliegen.  25 % des Verkaufsgewinns werden als Kapitalertragsteuer vom Staat einbehalten.

Index-Zertifikate auf Gold sind weniger empfehlenswert

Es gibt spezielle Index-Zertifikate (auch Partizipations-Zertifikate genannt), die den Goldpreis abbilden. Steigt der Goldpreis, steigt der Wert des Zertifikates – fällt er, fällt auch der Wert des Zertifikats. Mit dem Ankauf von echtem Gold haben solche Zertifikate indessen nichts zu tun. Sie sind einfach ein Zahlungsversprechen der Bank, die das jeweilige Zertifikat herausgegeben hat.Sie verspricht Ihnen, den Wert des Goldes in Geld auszuzahlen, wann immer Sie das Zertifikat wieder verkaufen.

Der größte Vorteil: Sie können sich das Papier ins Depot legen, ohne sich um die Aufbewahrung physischen Goldes kümmern zu müssen. Allerdings besitzen Sie damit kein Gold, sondern nur ein verbrieftes Zahlungsversprechen. Es gibt Gold-Zertifikate, die eine Währungsabsicherung bieten. Denn der Goldpreis notiert in Dollar, und sollte der Dollar gegenüber dem Euro an Wert verlieren, würde das ungünstigere Umtauschverhältnis die Gewinne zusammenschrumpfen lassen.

Wenn Sie eine solche Währungsabsicherung wünschen, sind Quanto-Zertifikate auf den Goldpreis empfehlenswert. Die Währungsabsicherung kostet allerdings Geld. Sie zahlen entweder einen höheren Spread oder nehmen in Kauf, dass der Wert des Zertifikats vom Goldpreis, ausgedrückt in Euro, mit steigender Laufzeit immer mehr nach unten abweicht.

Der größte Nachteil: Gold-Zertifikate sind bei einer Insolvenz der emittierenden Bank nicht geschützt, denn sie bilden kein Sondervermögen. Geht der Emittent pleite, riskieren Sie einenannähernden Totalverlust. Aus diesem Grund rate ich aktuell – trotz möglicher Währungsabsicherung– von Index-Zertifikaten auf Gold ab.

Indexzertifikate unterliegen ebenfalls der Abgeltungsteuer

Das heißt: Eventuelle Gewinne beim Verkauf eines solchen Zertifikates werden mit 25 % (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert.

Bildquelle: © Jakub Krechowicz  – Fotolia.com

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