Facebook alias Goldgrube – ist es wirklich DAS Profitwunder?

Warum Sie bei der Facebook-Euphorie besser einen kühlen Kopf bewahren sollten

Auch 2011 scheint der Hype um das soziale Netzwerk Facebook kein Ende zu nehmen. Kein Wunder, denn alles, was man im Moment hört und liest, stellt die ehemalige Studentenplattform in ein gutes Licht:

Das Time Magazine wählte Gründer Marc Zuckerberg zum Mann des Jahres. Der Film über die Entstehung Facebooks „The Social Network“ räumte 4 Preise bei der Verleihung der Golden Globes ab.  Und zu guter Letzt wurde Anfang Januar 2011 bekannt, dass Goldman Sachs sich mit 450 Millionen Euro an Facebook beteiligt und außerdem mit dem Anteilsverkauf von Facebook beauftragt wurde. Das Wall-Street-Haus sammelt derzeit Geld für einen 1,5 Milliarden Dollar Fonds, in den nur handverlesene Goldman-Kunden investieren dürfen.

Als am 7. Januar 2011 die bislang verheimlichten Geschäftszahlen Facebooks an die Öffentlichkeit durchsickerten, feierten die Medien Facebook wie den neuen Götterolymp im Internet.

Facebook wird mit erstmals veröffentlichten Geschäftszahlen zum Star der Medien

Bild.de verglich Facebook mit einer Goldgrube; Spiegel-Online sprach von einem Profitwunder. Grund für die Euphorie waren 355 Millionen Dollar Netto-Gewinn und ein Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Rendite von knapp + 30 %. Der aktuelle Unternehmenswert von Facebook wird mit 50 Milliarden Dollar bewertet.

Mit dem Einstieg von Goldman Sachs und dem beauftragten Anteilsverkauf wird Facebook die Grenze von 500 Investoren erstmals überschreiten. Der Kurs Richtung Börse soll schon im Frühjahr 2011 Einhalt gewinnen. Und deshalb informiere ich Sie vorab schon einmal etwas differenzierter als die aktuellen Medien, die sich alle blind dem Hype anschließen.

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Vorsicht: Warum ich bei Facebook vor zu viel Euphorie warne

Wie gesagt, muss ich zugeben, dass Facebook glänzende Ergebnisse vorzuweisen hat. Wenn sie denn so stimmen und wenn nicht nur zu viel Wirbel um das soziale Netzwerk gemacht wird. Hinter der Medien-Staubwolke verstecken sich auch einige Tücken bei Facebook, über die ich Sie hier aufklären möchte:

1. Wunder-Geschäftszahlen sind noch nicht bestätigt

Die veröffentlichten Zahlen wurden zwar fröhlich von der Medienwelt verbreitet und gefeiert, aber bislang noch gar nicht bestätigt. Es handelt sich im Moment noch um Gerüchte. Die Zahlen entstammen einem 100-seitigen Prospekt, der Goldman-Kunden verteilt wurde.

Die Einschätzung über den Geschäftswert Facebooks von 50 Milliarden Dollar hat übrigens Goldman Sachs selbst in den Raum geworfen.

Natürlich kann an diesen guten Zahlen etwas Wahres dran sein. Bislang geht Facebooks Konzept voll auf. Die User-Zahlen belaufen sich im Moment auf 550 Millionen Menschen, aber man sollte Gerüchten nicht blind vertrauen.

2. Kein durchsichtiges Geschäftsmodell

Und damit komme ich auch schon zu meiner zweiten These: Das „Konzept“ hinter Facebook lässt sich schwer analysieren. Keiner ist sich wirklich im Klaren darüber, mit welchen Geschäftsfeldern Facebook sein vieles Geld verdient. Es handelt sich schlichtweg um Vermutungen, welche Zweige einen gewissen Anteil am Profit ausmachen:

Da wären zum einen die Netzwerkspiele, wie etwa Farmville, für die Facebook-Mitglieder (User) bereit sind, zu zahlen. Außerdem scheint die Werbefinanzierung einen erheblichen Beitrag zum Erfolg Facebooks zu leisten. Die Seite lockt mittlerweile mehr User an als die Suchmaschine Google. Außerdem verweilen die Nutzer sehr lange auf der Seite. Google leitet seine Besucher lediglich an andere Adressen weiter. Dadurch sind die Nutzerprofile von Facebook wertvoller als die von Google.

Warnung:

Immer wieder gerät Facebook mit seinen Werbeaktivitäten ins Visier von Datenschützern. Um die Profile werblich nutzen zu können, baut Facebook nämlich gerne mal die Privatsphäre-Einstellungen so um, dass die Berechtigung entsteht, Partnerfirmen Einsicht in die Profile zu gewähren. Die User wehren sich mittlerweile, indem sie sich gegenseitig vor den Überlistungsversuchen warnen. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

„Heute geht ein neues „Feature“ von Facebook an den Start das „Umgehende Personalisierung“ genannt wird und selbstredend automatisch aktiviert ist. Damit erhalten Partnerwebsites Zugriff auf eure Daten (und die Daten eurer Freunde)Zum Deaktivieren auf Konto -> Privatsphäre-Einstellungen -> Anwendungen und Webseiten -> Umgehende Personalisierung gehen und den Haken entfernen. Bitte kopieren und weiterposten.“

3. Facebook steht und fällt mit der Gunst seiner Mitglieder

Auch wenn Facebook ein funktionierendes Geschäftsmodell zu haben scheint; es lebt von keinem Produkt, wie etwa Apple. Facebook ist ein Lebensgefühl. Das macht die Leistung des Unternehmens aus. Es verleiht Nutzern die Illusion, dass es etwas Einzigartiges ist und jeder der hip sein möchte, dort angemeldet sein muss.

Wenn die User mit dem Börsengang von Facebook nicht einverstanden sind –etwa weil mit dem weiteren Heranwachsen eines Großkonzerns, die persönlichen Daten noch unsicherer würden – kann das Konzept in Form von Werbefinanzierung und Netzwerkspiele noch so ausgereift sein: Ohne die Mitglieder, hat es keinen Bestand.

Im Moment glauben die Nutzer, dass Sie Facebook brauchen. Lernt man neue Leute kennen, nimmt man sie zuerst auf Facebook in die Freundesliste auf, erst dann werden Nummern getauscht. So gegenwärtig ist Facebook mittlerweile im Alltag vor allem junger Menschen angekommen.

Doch trotz der hohen Präsenz warne ich:

Facebook wird nur solange gegenwärtig sein, wie es keine bessere Alternative gibt und die User abwandern.

Wenn Ihnen im Frühjahr also Anlageberater zu einer Investition in das „schnellst wachsende Internetunternehmen überhaupt“ raten, vergessen Sie nicht, dass Sie dabei auf der anderen Seite auch ein sehr hohes Risiko eingehen könnten. Solche Warnhinweise erhalten die Leser meiner Publikation „Der Deutsche Wirtschaftsbrief“ regelmäßig und sind damit mit ihrem Unternehmen auf der sicheren Seite! Testen Sie hier kostenlos Ihr Vermögensschutzpaket 2011.

PS: In meinem nächsten Schreiben verrate ich Ihnen, warum Analysten und Medientheoretiker Parallelen zwischen Facebook und den Unternehmen der Internetblase 2000 ziehen.

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