DAX zeigt großes Rückschlags-Risiko

DAX in unsicherem Terrain

Wenn Sie an der Börse aktiv sind, sollten Sie in den nächsten Tagen etwas vorsichtiger agieren. Der letzte Freitag war ein deutlicher Warnschuss.

Das kräftige Minus von über 2% im DAX hatte zwar hauptsächlich etwas mit den schwachen Arbeitsmarktdaten in Amerika zu tun. Dennoch:

Die charttechnische Suppe muss das heimische Börsenbarometer selbst auslöffeln. Schon die zunehmende Kursschwäche in den 14 Tagen zuvor hatte den Index an seine technische Unterstützung durch die 50-Tage-Linie herangeführt.

 

Gleitende Durchschnitte als Trend-Indikatoren

Wenn Sie noch nicht mit diesem charttechnischen Konzept vertraut sind: Die gleitenden Durchschnitte (oder auch Tage-Linien genannt) stellen die arithmetischen Kursdurchschnitte im gewählten Zeitraum dar.

Ihre wichtigste Funktion ist es, Trends grafisch darzustellen. Je kürzer der Zeitraum (z. B. 14 Tage), desto kurzfristiger ist auch die Betrachtungsweise. Im Gegenzug:

Je länger ein Beobachtungszeitraum gewählt wird, umso stärker vertritt er den entsprechenden Trend. Charttechniker achten dabei vor allem auf Situationen, wenn die gleitenden Durchschnitte durch den eigentlichen Aktien- oder Indexkurs nach oben oder unten geschnitten werden. Denn das signalisiert jeweils eine mögliche Trendumkehr.

Im DAX wurde am Freitag die 50-Tage-Linie nach unten hin durchbrochen. Für Kurzfrist-Anleger ein bedrohliches Signal. Und die nächste kritische Situation ist schon da. Denn:

Nun wird die 100-Tage-Linie getestet. Wenn diese nicht hält, stünden als nächstes die 200-Tage-Linie und damit der langfristige Trend des DAX auf dem Prüfstand. Konkret würde dies ein aktuelles Verlustrisiko von weiteren knapp 5% bedeuten.

 

Startschuss für die Berichtssaison

Aber es gibt auch Chancen, dass es soweit nicht kommt. Denn am heutigen Montag steigen die Märkte in die nächste Berichtssaison ein. Es geht um das 1. Quartal und die amerikanische Alcoa gibt traditionell den offiziellen Startschuss mit ihrer Bilanzvorlage.

Eine Woche später steigen dann die ersten DAX-Unternehmen in den Berichtsreigen mit ein. Das wird zum Anlass genommen, schon wieder von neuen Rekordständen im DAX zu träumen.

Ich bleibe da vorerst skeptisch. Die Firmenzahlen könnten in der Gesamtheit durchaus gut ausfallen. Doch auch auf dem aktuellen Indexniveau ist davon schon viel eingepreist. Hinzu kommt die Gefahr von zu moderaten Ausblicken.

Börse handelt bekanntlich Erwartungen. Und viele Anleger setzen darauf, dass die Konjunktur in den nächsten Monaten wieder deutlicher anzieht. Die aktuellen Indikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes zeigen sich da aber noch zurückhaltender.

 

So profitieren Sie auch von fallenden Kursen

Für Sie als Investor sollte entsprechend in der nächsten Zeit eine noch kritischere Auswahl bei Aktienkäufen im Vordergrund stehen. Wo mögliche Gewinne zu finden sind, habe ich Ihnen schon vor einigen Tagen aufgezeigt, Stichworte dazu sind Versorger und Konsumgüter.

Aber Sie sollen sich auch auf die Möglichkeit vorbereiten, dass der DAX weiter nach unten korrigiert. Das bedeutet zum einen, vorhandene Positionen mit Stopp-Loss- Aufträgen abzusichern.

Aber es gibt auch interessante Möglichkeiten, von einem fallenden DAX zu profitieren. So gibt es den so genannten ShortDAX, der sich umgekehrt proportional zum DAX entwickelt.

Hier gibt es einige Zertifikate, u a. von der Deutschen Bank und von RBS, mit denen Sie eine Marktkorrektur für sich nutzen können. Käufe kämen spätestens in Frage, wenn der DAX unter 7.500 Punkte fiele.

Mit besten Grüßen

Carsten Müller

Bildnachweis: Gevestor

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