Immobilien: Diese Commerzbank-Einschätzung sollte jeder kennen

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Die Immobilienblase in Deutschland wird nach Meinung der Politik und der Behörden bald zur Gefahr. So war es jedenfalls kürzlich zu lesen. Deshalb werden nunmehr die Bankinstitute bei der Kreditvergabe weiter gegängelt, um nicht noch mehr Haushalte in Kreditschulden zu stürzen, die diese später angeblich nicht zurückzahlen können. Der Deutsche Wirtschaftsbrief warnt jedoch davor, dass jetzt die Panik zu groß werden könnte. Lesen Sie hier kostenfrei selbst.

Commerzbank mit Schätzung

Die Commerzbank allerdings hat jetzt Zahlen vorgebracht, die in dieselbe Richtung wie von der Bundesbank gehen. Demnach sind Immobilien aktuell um etwa 10 % zu teuer. Spätestens ab 2015 sei aus der vorhergehenden Überbewertung der Immobilien in Deutschland eine Unterbewertung geworden, ließ die Bank verlauten.

Seit 2011 waren die Preise gestiegen. Der Anstieg ließe sich indes nicht mit der demografischen Entwicklung begründen. Ebenso wenig könne der Anstieg darauf zurückgehen, dass das Zinsniveau sich so dramatisch verändert habe, auch der Einkommenszuwachs sei nicht dafür verantwortlich.

Mit anderen Worten: Die Immobilienpreise und deren Entwicklung haben, so interpretiere ich dies, keinen anderen Grund als Spekulation oder gegebenenfalls zu wenig Fachwissen bei den Käufern, die oft genug privat sind. Diese Einschätzung ist zumindest interessant. Denn die Commerzbank, die über ihre diversen Anschlussstellen an die Öffentlichkeit eine große Verbreitung hat, könnte die Angst derzeit noch weiter schüren.

Es gibt keinen „fairen“ Preis

Dabei unterstellt die Commerzbank offenbar, dass es einen fairen Preis gibt, der sich aus dem Einkommen, den Zinsen und der demografischen Entwicklung ableiten ließe. Diese Faktoren können allerdings nur eine Orientierung bieten. Einen „fairen“ Preis gibt es einfach nicht. Die meisten Immobilien sind ohnehin individuell. Es gibt sie in dieser Form nur einmal.

Zudem kommt es immer wieder zu regionalen Unterschieden. Durch Zuzug, durch Wegzug, durch den Wegfall oder die Gründung von Industrien oder andere nicht von vornherein kalkulierbare Einflussfaktoren. Schwierig ist es sogar, wenn Sie die Preise für ganz Deutschland kalkulieren wollen. Niemand weiß, wann und in welchem Ausmaß ausländische Großinvestoren viel Kapital mitbringen oder abziehen.

Deshalb gibt es keinen „gerechten“ Preis, sondern auch hier nur den, der vom Markt gezahlt wird. Aktuell ist die Nachfrage besonders groß, der Markt zahlt verglichen mit 2011 tatsächlich mehr. Nur weiß niemand, wann dieser Boom endet, ob die Preise nicht noch weiter steigen oder um wieviel Prozent sie zu hoch sind.

Daher können Sie es sich ganz einfach machen: Wenn Sie eine Immobilie selbst nutzen oder selbst nutzen wollen, dann sind die Preise oft nicht zu hoch. Dann sparen Sie über die Miete, die Sie dann nicht mehr zahlen. Wenn Sie vermieten wollen, müssen Sie ohnehin Abschläge kalkulieren. Niemand weiß, was die Regierung derzeit noch zugunsten von Mietern plant. Wir können Ihnen im Deutschen Wirtschaftsbrief nur frühzeitig gesicherte Erkenntnisse geben. Dies ist sinnvoller als die Spekulation der Banken.

Mit den besten Grüßen
Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

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