Falle Mietkostenabrechnung: hier wird es teuer

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Wenn Sie Immobilien vermieten, dann ist die Nebenkostenabrechnung in vielen Fällen lästig. Dennoch könnte es sehr teuer werden, wenn Sie die Abrechnung nicht rechtzeitig vornehmen. Dies hat der Bundesgerichtshof in einem kürzlich publizierten Urteil erneut bestätigt (Az. VIII ZR 249/15).

Zwölf Monate Zeit

Sofern Sie länger als zwölf Monate Zeit benötigen, um die Nebenkostenabrechnung zu erstellen, dann müssen Ihre Mieter nicht zahlen. So urteile der BGH und setzt Sie damit erheblich unter Druck. Denn es gibt kaum Ausnahmen von dieser ehernen Regel.

Danach könnten Sie nach Ablauf eines Jahres nur dann noch Nebenkosten nachfordern, wenn Sie „konkret darlegen“ können, dass die Verspätung nicht Ihnen anzulasten sei. Im entschiedenen Fall allerdings half dem Vermieter noch nicht einmal, dass er selbst keine Schuld hatte, sondern vielmehr der Hausverwalter sich zu viel Zeit gelassen hatte.

In diesem Fall hätte der Eigentümer sich wohl selbst um die korrekte Abrechnung bemühen müssen. Gegebenenfalls hätte er zumindest den Kontakt zum Mieter suchen müssen, um diesen auf die Sonderlage aufmerksam zu machen. Der Schaden kann immens sein, denn die Nebenkosten steigen seit Jahren.

Nebenkosten steigen

Dies liegt unter anderem daran, dass der Staat seine Grundsteuer permanent erhöht und dies auch künftig machen wird. Zudem steigen die Heizkosten, die sonstigen Betriebskosten wie auch die Umlagen, die aufgrund der staatlichen Vorlagen für Sie als Vermieter anfallen. Mieter hingegen können sich darauf verlassen, dass die Regierung sie künftig noch stärker schützen möchte als ohnehin schon.

Die Mietpreisdeckelung in Berlin ist lediglich ein erster Schritt. Die Pläne des nächsten Kanzlerkandidaten der SPD sehen eine Neuverteilung der Vermögen vor. Dies kann in Sachen Miete nur bedeuten, dass a) die Baumaßnahmen soweit vom Bund beeinflussbar ausgedehnt werden und b) auch die Vorgaben bezüglich der Weitergabe von Lasten zuungunsten von Vermietern verschärft werden.

Dies sollten Sie in Ihren Kalkulationen zur möglichen Investition in Immobilien berücksichtigen. Zudem scheinen die Preise in einigen Großstädten aktuell nach Auskunft der Bundesbank zu hoch. Sollten die Zinsen an den Finanzmärkten im laufenden Jahr wieder steigen, wird die Investitionstätigkeit am Immobilienmarkt abnehmen. Dies könnte tatsächlich den Preisanstieg bremsen. Der Deutsche Wirtschaftsbrief, den Sie hier kostenfrei herunterladen können, meint: Investieren Sie nicht in der Hoffnung auf steigende Immobilienpreise. Dies könnte künftig nach hinten losgehen.

Mit den besten Grüßen Ihr

Janne Jörg Kipp

Chefredakteur „Wirtschaft-Vertraulich“

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