Betrügt Ihre Bank Sie auch?

© Jacek Michiej / Fotolia.com

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Die Überschrift dieser Nachricht scheint etwas hart gewählt. Sie unterstellt, dass Sie von Ihrer Hausbank betrogen werden könnten. Betrug aber ist bewusste Vorteilsnahme zu Ihren Ungunsten. Banken würden deshalb nie von Betrug sprechen, wenn sie die Gebührenerhöhungen ansprechen, die derzeit fast überall anstehen. Dennoch bleibt das Wort stehen: Betrug.

 Gebühren ohne rechtlichen Grund

Denn Banken nehmen tatsächlich Gebühren ohne rechtlichen Grund. Wer seinen Dispositionskredit überzieht, muss oft mehr zahlen, als der Gesetzgeber erlaubt. Das wiederum stellen dann die Gerichte klar, wie jüngst in einem aufsehenerregenden Fall.

Die Mindestentgelte hier hatten die Überziehung über den erlaubten Überziehungskredit hinaus um – Achtung! – teils mehr als 1.000 % überstiegen. Der Bundesgerichtshof hob die Hand und sagte „Nein“! (Az. XI ZR 9/15 sowie XI ZR 387/15).

Doch damit nicht genug. Wenn eine Bank versucht, Ihnen für Selbstverständliches Geld abzuknöpfen, können Sie wiederum selbst widersprechen. Eingehende Raten für ein Baudarlehen oder die Änderung von Freistellungsaufträgen darf Ihnen die Bank nicht auch noch in Rechnung stellen.

Bankinteressen eingehalten: deren Problem

Wer als Bank bei einem Kredit die Immobilie bewertet, darf dafür nicht noch Geld verlangen. Dies geschieht ja im eigenen Interesse, urteilt auch die deutsche Rechtsprechung in Form des BGH (Az. XI ZR 405/12 sowie XI ZR 170/13). Überhaupt darf für die Rechenleistungen bei der Vergabe von Darlehen nach diesen Urteilen überhaupt keine Gebühr verlangt werden.

Banken aber gehen darüber hinaus inzwischen auch dazu über, wieder mehr Geld dafür zu verlangen, dass Sie Geld abholen. Dagegen können Sie sich kaum wehren. Die Banken haben sich darauf verständigt, anders als früher bei Fremdabhebungen lediglich 1,95 Euro zu verlangen. Dieses Vorhaben allerdings setzen die Institute mittlerweile nicht mehr um.

Vielmehr kostet die Geldabhebung jetzt schon wieder sehr viel mehr Geld als noch vor Monaten. Ihre rechtliche Handhabe ist vergleichsweise gering. Lediglich Wucher könnte gegebenenfalls bei einem langwierigen Rechtsstreit als Schadensargument durchsetzbar sein. Deshalb sollten Sie die Bankenentwicklung genau im Auge behalten.

Der Deutsche Wirtschaftsbrief, den Sie direkt kostenfrei herunterladen können, ntersucht die Bankenszene wöchentlich und gibt seinen Lesern für ihr Unternehmen oder den privaten Haushalt stets Tipps, um genau diese oder andere Gebühren zu sparen. Denn Sie müssen damit rechnen, dass die neue Gebührenwelle erst losgetreten wurde. In den kommenden Monaten dürften die Banken noch weitaus härter zuschlagen.

Mit den besten Grüßen

Ihr

Redaktionsteam „Wirtschaft-Vertraulich“

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